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Juni 2014  
 

Montreux Volleymasters 2014

Ende Mai fand in Montreux am Genfer See die 29. Auflage des Einladungsturniers des Schweizer Volleyballverbandes für Frauen-Nationalmannschaften statt. Der Rechteinhaber "The Sportsman Media Group" trat bereits sieben Monate davor an mich heran, um meine Bereitschaft, dieses Turnier als Regisseur zu gestalten, auszuloten. Da die Volleyball EM im Herbst 2013 mir großen Spaß gemacht hatte, war ich sofort Feuer und Flamme und sagte zu. Zusammen mit Patrick Schmidt, dem verantwortlichen Produzenten von Sportsman, entwickelte ich ein Kamera-, Zeitlupen- und Grafikkonzept, das auf den Erfahrungen der EM aufbaute. Zudem war es erneut möglich, das Personal mit großem Vorlauf zusammenzustellen.

Das Turnier vereinigt die Weltspitze des Frauen-Volleyballs: Welt- und Europameister Russland, Olympiasieger Brasilien, die Silbermedaillengewinner aus den USA, Vize-Europameister Deutschland sowie die Weltranglistenplätze 3, 4 und 8 waren zugegen ( China, Japan, Dominikanische Republik ), Komplettiert wird das Feld traditionell von der Mannschaft des Gastgebers Schweiz.

In 6 Tagen fanden 19 Spiele in der Pierrier Arena statt - ein echte Herausforderung für alle, die an der Herstellung des TV-Signals mitarbeiteten. Nichtsdestotrotz gelang es uns, einen hochfrequenten, abwechslungsreichen und erstklassigen Feed zu generieren, sehr zur Freude der vielen internationalen Sender, die unser Signal übernahmen. So sendete z.B. CCTV aus China alle Spiele live und in voller Länge, trotz der großen Zeitverschiebung.

Abseits des umfangreichen Arbeitsprogramms fand ich immer wieder die Zeit, um mir Trainingseinheiten der verschiedenen Teams anzuschauen. Die unterschiedlichen Herangehensweisen der Trainer sind höchst interessant. Von einem war ich ganz besonders angetan:

KARCH KIRALY

Der aktuelle Trainer des US Teams ist eine lebende Legende: Kiraly gelang es bislang als einzigem Spieler der Welt sowohl im Hallen- wie im Beach-Volleyball olympisches Gold zu gewinnen. Der Weltverband ( FIVB ) ernannte ihn gar zum Volleyball-Spieler des Jahrhunderts !
Seine Attitüde als Trainer ist sehr ruhig und höchst konzentriert, dazu besitzt er ein enorm scharfes Auge für Details; als Game-Coach ist er ein Klasse für sich. Es war sehr interessant, diesem Mann über die Schulter zu schauen.

Überraschend gewann die deutsche Mannschaft das Turnier: im Endspiel hieß es am Ende 3:1 gegen die favoritisierten Amerikanerinnen. Vor allem Margareta Kozuch, Lenka Dürr und Maren Brinker waren die tragenden Säulen in einer wie schon bei der EM insgesamt sehr kohärenten deutschen Mannschaft.

Für mich und mein Team war Montreux eine tolle Erfahrung; die Gastfreundschaft, die wir genießen durften, die tolle Stimmung in der Halle und der fantastische Sport werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Oktober 2013  
 

Wie bereits im Vorjahr wurde ich von der Quattro Media gebucht, um die Live-Regie bei der Adidas Kayak Wildwasser WM zu führen. Diese Veranstaltung findet seit einigen Jahren in Ötz statt, einem wunderschönen Ort in der Nähe von Innsbruck in Österreich. Die Strecke unterhalb der Wellerbrücke gilt als eine der anspruchsvollsten und gefährlichsten Wildwasserstrecken der Welt. Das 6 Grad "warme" Gletscherwasser fließt mit einer unbändigen Kraft das Tal hinunter. Jedes Jahr versammeln sich hier die besten Kayakfahrer der Welt, um ihren Champion zu finden - in diesem Jahr waren es rund 150, darunter auch ein Dutzend Frauen.

Adidas Kayak Wildwasser WM

Für die TV Produktion stellt diese Übertragung immer wieder eine große Herausforderung dar: der TV Stellplatz ist nur über einen unbefestigten Feldweg zu erreichen, dabei muß auch noch eine hölzerne Brücke überquert werden. Das Gewicht der Fahrzeuge spielt dabei eine große Rolle, denn die von vielen Übertragungen gewohnten, tonnenschweren "Raumschiffe" moderner Bauart sind hier fehl am Platz. Mit dem kleinen, aber sehr feinen Ü-Wagen von 0221Rental aus Köln fand die Quattro Media die perfekte Lösung.

Die insgesamt neun Kameras wurden so entlang der Strecke aufgebaut, dass jeder Winkel der Route gefilmt werden konnte. Für einige Positionen wurden Plattformen gebaut, die es uns ermöglichten, nah am Wasser zu sein, um spektakuläre Bilder knapp oberhalb des Wasserspiegels zu drehen. An einem der entscheidenden Punkte der Strecke, dem sogenannten Champions-Killer, wurde ein Kran postiert. Jürgen Bauer von Troja Film und seinem Operator gelangen phantastische Aufnahmen und das trotz Dauerregens und Kälte.

Für sportliche Spannung war direkt vom ersten Vorlauf an gesorgt, denn der Wasserpegel der Ötz bewegte sich ständig knapp unterhalb der erlaubten Toleranz, so daß die Strömungsgeschwindigkeit sehr hoch war. Die Ideallinie zu finden und auch zu halten wurde zu einer extrem schwierigen Aufgabe für die Fahrer - viele, vor allem Neulinge, scheiterten an der Wucht des Wassers.
Nachdem der hohe Favorit Sam Sutton aus Neuseeland im Vorlauf einen neuen Streckenrekord aufgestellt hatte, rechneten alle mit der Titelverteidigung des vierfachen Weltmeisters. Im Finale unterlief ihm aber ein kleiner Fehler, so daß am Ende Joe Morley aus England die Goldmedaille gewann.

Die Adidas Sickline Kayak WM wurde in über 20 Länder live übertragen und war wieder ein voller Erfolg. Trotz Regens und widriger Umstände haben die Veranstalter erneut unter Beweis gestellt, daß dieser Event zum Besten zählt, was dieser Sport zu bieten hat. Ich bin stolz darauf, bei diesem Rennen die Regie geführt zu haben und freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr.

 

September 2013  
 

Im September hatte ich das große Vergnügen, die Hauptregie bei der Europameisterschaft im Volleyball der Frauen zu machen. Innerhalb von 10 Tagen gab es 14 Spiele für mich und mein Team, zunächst in Halle (Westfalen) in der hochmodernen Arena von Gerry Weber und danach in Berlin, in der altehrwürdigen Max-Schmeling-Halle direkt neben dem Mauerpark.

Die technische Ausstattung der Worldfeed Übertragung war erstklassig: mittels 9 Kameras, darunter eine Superzeitlupe, Kran und insgesamt drei EVS Zeitlupen konnten wir einen qualitativ hochwertigen Mix herstellen.

Da der Event sehr langfristig geplant worden war, konnte ich in Zusammenarbeit mit der Plazamedia, die als Produktionsgesellschaft auftrat, das Team vorausschauend zusammenstellen, was sich im Laufe des Turniers als echter Glücksgriff entpuppte. So gab es ein tolles Zusammenspiel von handwerklicher und menschlicher Qualität, von hoher Motivation und gleichzeitig Spass am Arbeiten - für jeden Regisseur ein traumhafter Umstand. Hier sieht man alle Mitglieder des Teams aus Halle (Westfalen):


Foto: Conny Kurth

          

Da Volleyball im deutschen Fernsehen kein Dauergast ist und ich alle Teammitglieder näher an das Thema heranführen wollte, gab es vor dem ersten Spiel ein langes Gespräch mit einer deutschen Spielerin und dem Pressesprecher des DVV (Deutscher Volleyball Verband). An dieser Stelle noch einmal Danke an Lisa Isquierdo und Thilo von Hagen, die uns wertvolle Tipps und Informationen gaben. Einige dieser Anregungen wurden 1:1 in die Bildgestaltung übernommen.

Das deutsche Team überzeugte von Anfang an mit Moral und unbändigem Siegeswillen und konnte sich von Spiel zu Spiel, von Sieg zu Sieg steigern. Erst im Endspiel wurden der Mannschaft um Kapitän Magdalena Kozuch die Grenzen aufgezeigt: gegen die physische Überlegenheit des russischen Teams waren die deutschen Frauen letztendlich chancenlos.

Im Laufe des Turniers wurde das öffentliche Interesse immer größer, der in Deutschland übertragende Sender Sport1 konnte sich über nie dagewesene Einschaltquoten freuen, im Endspiel fieberten über eine Million Zuschauer in Deutschland vor dem Schirm mit.

Nicht vergessen werde ich zwei Begegnungen am Rande des Turniers: während ich im Frühstücksraum des Hotels stand, sprach mich ein älterer Herr an, der wohl mitbekommen hatte, dass ich der Regisseur war. Er sagte, dass er Volleyball seit vielen Jahren mit großer Hingabe verfolgte und noch nie so tolle Aufnahmen im Fernsehen gesehen hätte. Welch ein Lob !
Nach dem Finale bekam ich beim Feierabend-Bier in einer der nahegelegenen Kneipen mit, dass mein Nachbar, ein junger Mann um die Zwanzig, sich auch gerade das Spiel in der Halle angeschaut hatte. Auf meine Frage, wo er denn herkäme, antwortete er, dass er aus Frankfurt/Main sei und spontan am Finaltag nach Berlin geflogen wäre, weil ihm die Übertragung der Halbfinals vom Vortage so gut gefallen hätte ...

Ein tolles Event, ein wunderbarer Sport, sehr gutes Feedback - die Europameisterschaft 2013 wird mir lange in Erinnerung bleiben.

 

November 2011  
 

Im Oktober fanden in Manama (Bahrain) zum ersten mal die GCC (Gulf Corporation Council) Spiele statt, eine Art Mini-Olympiade. In 10 verschiedenen Disziplinen traten Athleten aus Kuwait, Saudi-Arabien, Oman, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain gegeneinander an.

Für die TV Umsetzung wurde Live Productions aus Abu Dhabi beauftragt, die daraufhin etliche Teams zusammenstellten, um die verschiedenen Sportveranstaltungen zu produzieren. Ich wurde als Regisseur für das Fußballturnier verpflichtet.

          

2 ½ Wochen am Persischen (oder besser Arabischen) Golf waren eine tolle, interessante und auch ungewöhnliche Erfahrung für mich. Sehr vieles dort unterscheidet sich stark von unserem Leben hier in Europa, vor allem das heiße Wüstenklima.

Die Arbeit mit einer internationalen Crew war sehr angenehm und problemlos und die Übertragungen in 16:9 HD von hoher Qualität.

          
 

Da die teilnehmenden Länder ihren professionellen Spielbetrieb nicht unterbrechen wollten, traten die jeweiligen U 19 Nationalmannschaften zu diesem Turnier an. Am Ende gewann das Team von Bahrain im National Stadium nach einer mit viel Leidenschaft geführten Partie mit 3:1 gegen Saudi-Arabien.

 

Oktober 2010  
  Zum insgesamt siebten mal flog ich für ein Qualifikationsspiel, diesmal zur UEFA Euro 2012, nach Chisinau, der Hauptstadt Moldawiens. Im Zimbru Stadion empfing Moldawien den Vizeweltmeister aus den Niederlanden.

Die Produktion (16:9 SD) war (wieder einmal) sehr international: ein Ü-Wagen aus der Türkei, schwenkendes Personal aus Rumänien und ein deutscher Regisseur ! Mir macht es ungeheuer viel Spaß mit Menschen aus anderen Ländern zusammenzuarbeiten, es schärft die Konzentration und erweitert den Horizont.

  

Am Ende einer intensiven Produktion und eines ebenso intensiv geführten Spieles gewann der hohe Favorit aus den Niederlanden knapp mit 1:0.